Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben
~730 WE, ≥50 % gefördert, 2 Kitas, Pflege, Feuerwache, Quartiersgarage, GFZ 1,2–1,4, Stadtbahn-Trasse berücksichtigt.
1–3: Zentrale Vorgaben verfehlt (Programm/Dichte deutlich ab, Pflichtbausteine fehlen).
4–6: Vorgaben überwiegend erfüllt, einzelne Abweichungen ohne gute Begründung.
7–10: Alle Vorgaben erfüllt; Abweichungen nur dort, wo sie den Entwurf verbessern.
Städtebauliche Qualität
Eigene Identität UND maßstäbliches Einfügen; abgestufte Höhen zum Landschaftsraum.
1–3: Monotone/überdimensionierte Baukörper, Bruch zum Bestand/Landschaft.
4–6: Ordentliche, aber schematische Struktur; Kanten/Übergänge teils ungelöst.
7–10: Klare, differenzierte Raumfolge, gute Maßstäblichkeit, guter Anschluss.
Tragfähigkeit der Leitidee
Trägt ein klares Konzept den ganzen Entwurf – auch bei Änderungen?
1–3: Keine erkennbare Idee oder reines Schlagwort.
4–6: Idee vorhanden, aber nicht konsequent / bei Teiländerung fragil.
7–10: Starke, eigenständige Idee, die räumlich trägt und Etappen verkraftet.
Freiraumplanerische Qualität
Mind. ~1/3 Grünfläche; öffentliche Grün-/Spielflächen für ganz Neubrück erreichbar.
1–3: Restgrün ohne Aufenthaltsqualität, keine Vernetzung.
4–6: Nutzbare Freiräume, aber unklar programmiert / schlecht vernetzt.
7–10: Zusammenhängendes Freiraumsystem, echte Aufenthaltsqualität, Bestandsgrün integriert.
Erschließung und ruhender Verkehr
Ringerschließung; max. 2 Zufahrten Neubrücker Ring; Parken in einer Quartiersgarage, keine Tiefgaragen.
1–3: Autodominiert, oberirdische Stellplatzfelder, Konflikte mit Wohnen.
4–6: Funktioniert, Parken teils gelöst, Restkonflikte.
7–10: Konfliktarme Ringerschließung, Kfz gebündelt, autoarme Wohnbereiche.
Nachhaltigkeit
PV auf Dächern (Pflicht), energieeffizient, Dach-/Fassadenbegrünung, ressourcenschonend.
1–3: Kaum Aussagen, hohe Versiegelung, konventionell.
4–6: Standard-Maßnahmen, aber kein durchgängiges Konzept.
7–10: Schlüssiges Konzept über Energie, Wasser, Material, Grün.
Wirtschaftlichkeit
Serielles/modulares Bauen, einfache Baukörper, Quartiersgarage statt Tiefgaragen.
1–3: Teure Sonderlösungen ohne Mehrwert.
4–6: Überwiegend wirtschaftlich, einzelne Kostentreiber.
7–10: Effiziente, serientaugliche Struktur ohne Qualitätsverlust.
Realisierbarkeit
Mehrere Bauabschnitte; erste Kita + Quartiersgarage in Phase 1.
1–3: Hängt an unrealistischen Voraussetzungen, nicht etappierbar.
4–6: Machbar, aber einige Hürden.
7–10: Robust umsetzbar, klar etappierbar, Phase 1 tragfähig.
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt
≥50 % gefördert fein verteilt; Genossenschaft + Mehrgenerationen; Pflege/betreutes Wohnen; barrierefrei.
1–3: Einseitig (nur hochpreisig ODER geförderter Block), keine Vielfalt.
4–6: Mischung angelegt, aber grob verteilt / wenig Wohnformen.
7–10: Feinkörnige Mischung, bezahlbar + senioren-/barrierefrei verteilt.
Begegnung & Ortsidentität
Plätze, Gemeinschaftsräume (EG), Identität, die sich in Neubrück einfügt.
1–3: Reines Wohnen, keine Treffpunkte, ortsfremd.
4–6: Einzelne Plätze angedacht, wenig belebt/vernetzt.
7–10: Lebendige, vernetzte Treffpunkte, generationenübergreifend.
Nahversorgung
Eigenes, tragfähiges Nahversorgungsangebot (Lebensmittel/EG) im Quartier – der Platz An St. Adelheid hat keine freien Ausbauflächen, eine bloße Anbindung genügt nicht.
1–3: Kein Lebensmittel-/Nahversorgungsangebot im Quartier; bloßer Verweis aufs Zentrum.
4–6: Nahversorgung angedeutet (z. B. Wochenmarkt/Kiosk), aber Sortiment/Tragfähigkeit begrenzt.
7–10: Tragfähiges, fußläufiges Nahversorgungsangebot, das die eigene Nachfrage deckt.
Schulen & Kitas
2 Kitas integriert, Außengelände lärmgeschützt, erste in Phase 1; sichere Wege zur (geplanten) Grundschule.
1–3: Kita-Flächen fehlen/zu klein, Außengelände ungeschützt, unsichere Schulwege.
4–6: Kitas vorgesehen, aber Lage/Erreichbarkeit/Lärmschutz/Schulwege unklar.
7–10: Bedarfsgerechte Kitas, lärmgeschützt, sichere Wege zur Schule.
Klima- & Hitzevorsorge
Kaltluftschneise/Belüftungskorridore frei halten; Verschattung, helle Oberflächen, Dach-/Fassadenbegrünung; Entsiegelung gegen Hitzeinseln.
1–3: Riegel quer zur Kaltluftbahn, hohe Versiegelung, kaum Verschattung – Hitzeinseln.
4–6: Grün/Verschattung erwähnt, aber Durchlüftung/Hitzevorsorge nicht belegt.
7–10: Belüftungskorridore frei, konsequente Verschattung/Entsiegelung, aktive Hitzevorsorge.
Rechtlicher Hintergrund: Seit dem 1.7.2024 gilt das
Bundes-Klimaanpassungsgesetz – Bund und Länder müssen Klimaanpassungsstrategien erstellen, die Länder sollen für kommunale Anpassungskonzepte sorgen. In NRW wird kommunaler Hitzeschutz bislang
empfohlen und gefördert; eine verbindliche Pflicht für die Kommunen ist in Beratung, aber noch nicht in Kraft.
Grün- & Naturerhalt
Erhaltenswerten Vegetationsbestand/Waldflächen schonen (≥3 m Traufabstand), Artenschutz, Ausgleich vollständig auf dem Grundstück (Biotopwert Zone C).
1–3: Bestand unnötig gerodet, kein schlüssiges Ausgleichskonzept.
4–6: Grün berücksichtigt, aber Bestandserhalt/Ausgleich nicht belegt.
7–10: Bestand geschont, Artenschutz mitgedacht, Ausgleich schlüssig auf dem Grundstück.
Wasser & Starkregenvorsorge
Trinkwasserschutzgebiet → vorrangig versickern; Schwammstadt; keine Retention über Spielplätze/Kitas.
1–3: Kein Wasserkonzept, hohe Versiegelung, Abfluss auf Nachbarn.
4–6: Rückhalt/Mulden angedeutet, Starkregen/Versickerung nicht durchdacht.
7–10: Schwammstadt, Versickerung + Fließwege dargestellt, Bestand geschützt.
Lärmschutz
Schutz vor Flug-/Straßen-/Autobahnlärm; Fluglärm-Nachtschutzzone; Bestand schützen. (Keine Aussage → grau)
1–3: Empfindliche Nutzungen an lauteste Kante, kein Schutz.
4–6: Grundgedanke da, aber Freibereiche/Bestand nicht konsequent geschützt.
7–10: Baukörper als Lärmpuffer, ruhige Innenbereiche, Bestand mitgedacht.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung
Entlastung Neubrücker Ring/Europaring + Querungshilfe; Stadtbahn-Vorhaltetrasse + Übergangs-ÖPNV; Vorrang Fuß/Rad.
1–3: Zusätzlicher Kfz-Druck ohne Entlastung, Trasse ignoriert, keine ÖPNV-Idee.
4–6: Verkehr adressiert, aber Entlastung/Stadtbahn/ÖPNV nur angedeutet.
7–10: Belegte Entlastung, Trasse + Haltepunkt integriert, starke Fuß/Rad/ÖPNV-Anbindung.
Dialog & Ortskenntnis
Sucht das Team Austausch, nimmt Ortswissen auf, erklärt Konzept transparent? (nur fair bei gleichem Angebot an alle 6, sonst grau)
1–3: Kein Interesse an Austausch, Ortsbezug fehlt, intransparent.
4–6: Offenheit, aber wenig konkrete Aufnahme lokaler Anliegen.
7–10: Sucht aktiv Dialog, greift lokale Anliegen auf, erklärt Konzept nachvollziehbar.