Madaus Gartenland · Köln-Neubrück

Die Wettbewerbsbeiträge im Bürger-Check

6 Entwürfe, verständlich eingeordnet – damit Sie im kurzen Beteiligungsfenster schnell wissen, worauf es ankommt.

So funktioniert die Bewertung – und wie sie einzuordnen ist ▾
Wichtig einzuordnen: Dies ist eine subjektive Bürger-Einschätzung, nicht die offizielle Bewertung des Gremiums. Es gibt bewusst keine Gesamtnote und keine Rangfolge – jedes Kriterium steht für sich. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil und bringen Sie es bei der Stadt ein.

Jeder Entwurf wird je Kriterium mit 1–10 Punkten und einer Ampel bewertet. Jede Punktzahl ist kurz begründet. Bewertet wird nach den 8 offiziellen Kriterien des Gremiums plus 10 Kriterien aus Bürgersicht.

1–3 schwach 4–6 mittel 7–10 gut keine Aussage im Entwurf
Wann gibt es wie viele Punkte? (alle Kriterien) ▾
Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben
~730 WE, ≥50 % gefördert, 2 Kitas, Pflege, Feuerwache, Quartiersgarage, GFZ 1,2–1,4, Stadtbahn-Trasse berücksichtigt.
1–3: Zentrale Vorgaben verfehlt (Programm/Dichte deutlich ab, Pflichtbausteine fehlen).
4–6: Vorgaben überwiegend erfüllt, einzelne Abweichungen ohne gute Begründung.
7–10: Alle Vorgaben erfüllt; Abweichungen nur dort, wo sie den Entwurf verbessern.
Städtebauliche Qualität
Eigene Identität UND maßstäbliches Einfügen; abgestufte Höhen zum Landschaftsraum.
1–3: Monotone/überdimensionierte Baukörper, Bruch zum Bestand/Landschaft.
4–6: Ordentliche, aber schematische Struktur; Kanten/Übergänge teils ungelöst.
7–10: Klare, differenzierte Raumfolge, gute Maßstäblichkeit, guter Anschluss.
Tragfähigkeit der Leitidee
Trägt ein klares Konzept den ganzen Entwurf – auch bei Änderungen?
1–3: Keine erkennbare Idee oder reines Schlagwort.
4–6: Idee vorhanden, aber nicht konsequent / bei Teiländerung fragil.
7–10: Starke, eigenständige Idee, die räumlich trägt und Etappen verkraftet.
Freiraumplanerische Qualität
Mind. ~1/3 Grünfläche; öffentliche Grün-/Spielflächen für ganz Neubrück erreichbar.
1–3: Restgrün ohne Aufenthaltsqualität, keine Vernetzung.
4–6: Nutzbare Freiräume, aber unklar programmiert / schlecht vernetzt.
7–10: Zusammenhängendes Freiraumsystem, echte Aufenthaltsqualität, Bestandsgrün integriert.
Erschließung und ruhender Verkehr
Ringerschließung; max. 2 Zufahrten Neubrücker Ring; Parken in einer Quartiersgarage, keine Tiefgaragen.
1–3: Autodominiert, oberirdische Stellplatzfelder, Konflikte mit Wohnen.
4–6: Funktioniert, Parken teils gelöst, Restkonflikte.
7–10: Konfliktarme Ringerschließung, Kfz gebündelt, autoarme Wohnbereiche.
Nachhaltigkeit
PV auf Dächern (Pflicht), energieeffizient, Dach-/Fassadenbegrünung, ressourcenschonend.
1–3: Kaum Aussagen, hohe Versiegelung, konventionell.
4–6: Standard-Maßnahmen, aber kein durchgängiges Konzept.
7–10: Schlüssiges Konzept über Energie, Wasser, Material, Grün.
Wirtschaftlichkeit
Serielles/modulares Bauen, einfache Baukörper, Quartiersgarage statt Tiefgaragen.
1–3: Teure Sonderlösungen ohne Mehrwert.
4–6: Überwiegend wirtschaftlich, einzelne Kostentreiber.
7–10: Effiziente, serientaugliche Struktur ohne Qualitätsverlust.
Realisierbarkeit
Mehrere Bauabschnitte; erste Kita + Quartiersgarage in Phase 1.
1–3: Hängt an unrealistischen Voraussetzungen, nicht etappierbar.
4–6: Machbar, aber einige Hürden.
7–10: Robust umsetzbar, klar etappierbar, Phase 1 tragfähig.
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt
≥50 % gefördert fein verteilt; Genossenschaft + Mehrgenerationen; Pflege/betreutes Wohnen; barrierefrei.
1–3: Einseitig (nur hochpreisig ODER geförderter Block), keine Vielfalt.
4–6: Mischung angelegt, aber grob verteilt / wenig Wohnformen.
7–10: Feinkörnige Mischung, bezahlbar + senioren-/barrierefrei verteilt.
Begegnung & Ortsidentität
Plätze, Gemeinschaftsräume (EG), Identität, die sich in Neubrück einfügt.
1–3: Reines Wohnen, keine Treffpunkte, ortsfremd.
4–6: Einzelne Plätze angedacht, wenig belebt/vernetzt.
7–10: Lebendige, vernetzte Treffpunkte, generationenübergreifend.
Nahversorgung
Eigenes, tragfähiges Nahversorgungsangebot (Lebensmittel/EG) im Quartier – der Platz An St. Adelheid hat keine freien Ausbauflächen, eine bloße Anbindung genügt nicht.
1–3: Kein Lebensmittel-/Nahversorgungsangebot im Quartier; bloßer Verweis aufs Zentrum.
4–6: Nahversorgung angedeutet (z. B. Wochenmarkt/Kiosk), aber Sortiment/Tragfähigkeit begrenzt.
7–10: Tragfähiges, fußläufiges Nahversorgungsangebot, das die eigene Nachfrage deckt.
Schulen & Kitas
2 Kitas integriert, Außengelände lärmgeschützt, erste in Phase 1; sichere Wege zur (geplanten) Grundschule.
1–3: Kita-Flächen fehlen/zu klein, Außengelände ungeschützt, unsichere Schulwege.
4–6: Kitas vorgesehen, aber Lage/Erreichbarkeit/Lärmschutz/Schulwege unklar.
7–10: Bedarfsgerechte Kitas, lärmgeschützt, sichere Wege zur Schule.
Klima- & Hitzevorsorge
Kaltluftschneise/Belüftungskorridore frei halten; Verschattung, helle Oberflächen, Dach-/Fassadenbegrünung; Entsiegelung gegen Hitzeinseln.
1–3: Riegel quer zur Kaltluftbahn, hohe Versiegelung, kaum Verschattung – Hitzeinseln.
4–6: Grün/Verschattung erwähnt, aber Durchlüftung/Hitzevorsorge nicht belegt.
7–10: Belüftungskorridore frei, konsequente Verschattung/Entsiegelung, aktive Hitzevorsorge.
Rechtlicher Hintergrund: Seit dem 1.7.2024 gilt das Bundes-Klimaanpassungsgesetz – Bund und Länder müssen Klimaanpassungsstrategien erstellen, die Länder sollen für kommunale Anpassungskonzepte sorgen. In NRW wird kommunaler Hitzeschutz bislang empfohlen und gefördert; eine verbindliche Pflicht für die Kommunen ist in Beratung, aber noch nicht in Kraft.
Grün- & Naturerhalt
Erhaltenswerten Vegetationsbestand/Waldflächen schonen (≥3 m Traufabstand), Artenschutz, Ausgleich vollständig auf dem Grundstück (Biotopwert Zone C).
1–3: Bestand unnötig gerodet, kein schlüssiges Ausgleichskonzept.
4–6: Grün berücksichtigt, aber Bestandserhalt/Ausgleich nicht belegt.
7–10: Bestand geschont, Artenschutz mitgedacht, Ausgleich schlüssig auf dem Grundstück.
Wasser & Starkregenvorsorge
Trinkwasserschutzgebiet → vorrangig versickern; Schwammstadt; keine Retention über Spielplätze/Kitas.
1–3: Kein Wasserkonzept, hohe Versiegelung, Abfluss auf Nachbarn.
4–6: Rückhalt/Mulden angedeutet, Starkregen/Versickerung nicht durchdacht.
7–10: Schwammstadt, Versickerung + Fließwege dargestellt, Bestand geschützt.
Lärmschutz
Schutz vor Flug-/Straßen-/Autobahnlärm; Fluglärm-Nachtschutzzone; Bestand schützen. (Keine Aussage → grau)
1–3: Empfindliche Nutzungen an lauteste Kante, kein Schutz.
4–6: Grundgedanke da, aber Freibereiche/Bestand nicht konsequent geschützt.
7–10: Baukörper als Lärmpuffer, ruhige Innenbereiche, Bestand mitgedacht.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung
Entlastung Neubrücker Ring/Europaring + Querungshilfe; Stadtbahn-Vorhaltetrasse + Übergangs-ÖPNV; Vorrang Fuß/Rad.
1–3: Zusätzlicher Kfz-Druck ohne Entlastung, Trasse ignoriert, keine ÖPNV-Idee.
4–6: Verkehr adressiert, aber Entlastung/Stadtbahn/ÖPNV nur angedeutet.
7–10: Belegte Entlastung, Trasse + Haltepunkt integriert, starke Fuß/Rad/ÖPNV-Anbindung.
Dialog & Ortskenntnis
Sucht das Team Austausch, nimmt Ortswissen auf, erklärt Konzept transparent? (nur fair bei gleichem Angebot an alle 6, sonst grau)
1–3: Kein Interesse an Austausch, Ortsbezug fehlt, intransparent.
4–6: Offenheit, aber wenig konkrete Aufnahme lokaler Anliegen.
7–10: Sucht aktiv Dialog, greift lokale Anliegen auf, erklärt Konzept nachvollziehbar.
Bewertung auf einen Blick
Offizielle Kriterien
Bürgerkriterien
Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben 5/10
Kernprogramm vorhanden, aber mehrere Abweichungen nach oben: ~790 Wohnungen (rund 60 über der Zielgröße von ~730); die Vorgabe erlaubt max. 5 Vollgeschosse (nur punktuell 6), ASTOC nutzt eine Spanne 4–6 breit; die Stadtbahn-Vorhaltetrasse ist nicht erwähnt.
Städtebauliche Qualität 7/10
Klares, differenziertes Wohnhof-Konzept mit Höhenstaffelung und weichem Landschaftsübergang; hohe Qualität, aus Text/Bildern nicht abschließend belegbar.
Tragfähigkeit der Leitidee 7/10
Konsequente tragende Idee (Grüne Fugen + autofreier Boulevard), die den Entwurf zusammenhält; überzeugend, Robustheit vor allem behauptet.
Freiraumplanerische Qualität 6/10
Zusammenhängendes Freiraumsystem mit Bestandserhalt und Biotopvernetzung; Nutzungsprogrammierung und Fugenbreiten bleiben offen.
Erschließung und ruhender Verkehr 6/10
Autoarm, zentrale Quartiersgarage, zwei Zufahrten – vorgabenkonform; Wirkung auf den Knoten Europaring und die Anlieferung offen.
Nachhaltigkeit 7/10
Dachbegrünung + Photovoltaik, Holz-Modulbau, Schwammstadt konkret benannt; Energiekennwerte nicht belegt.
Wirtschaftlichkeit 7/10
Konsequent seriell/modular, Quartiersgarage statt Tiefgaragen – wirtschaftlich plausibel, ohne Kostennachweis.
Realisierbarkeit 5/10
Modular gut etappierbar, aber keine Phasenfolge und kein Umgang mit Baugrund/Altlasten benannt.
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt 7/10
Liefert das geforderte Sozialprogramm (≥50 % gefördert, Genossenschaft/Mehrgenerationen, Senioren/betreutes Wohnen, breiter Mix) und verortet die Sonderwohnformen an belebten Knoten; ein Mehrwert über die Vorgabe hinaus ist nicht belegt.
Begegnung & Ortsidentität 6/10
Boulevard und Aktivitätsachse als Begegnungsraum; konkrete Gemeinschafts-/Kulturräume und eine eigene Ortsidentität sind kaum ausgearbeitet.
Nahversorgung 3/10
Kein Lebensmittel-/Nahversorgungsangebot im Quartier, obwohl die neuen Wohnungen zusätzliche Nachfrage schaffen und der Platz An St. Adelheid keine freien Ausbauflächen hat; eine bloße Anbindung ans Zentrum genügt nicht.
Schulen & Kitas 3/10
Nur die Pflicht-Kitas; die Grundschulen in Neubrück sind bereits überlastet, weiterführend gibt es nur eine Hauptschule (Gymnasium/Realschule in Rath/Ostheim); ~790 Wohnungen verschärfen den Engpass.
Klima- & Hitzevorsorge 6/10
Ost-West-Grüne-Fugen halten die Kaltluftzufuhr bis in die Bestandssiedlung frei – ein starker Ansatz; dennoch bleibt die Bebauung der Kaltluftfläche ein Verlust, und die Wirkung ist nicht quantifiziert.
Grün- & Naturerhalt 4/10
Erhalt der östlichen Bestände und der Ausgleichsflächen ist ohnehin Vorgabe; die Grünen Fugen bringen Grün ins Quartier, doch im Baufeld selbst geht Grün-/Freifläche verloren – ein Grünerhalt über das Pflichtmaß hinaus ist nicht belegt.
Wasser & Starkregenvorsorge 8/10
Schlüssige Schwammstadt; ehrlich zur schwierigen Versickerung, leitet Starkregen ab, ohne die Spielflächen zu belasten; Bemessung offen.
Lärmschutz 5/10
Nur die Feuerwache als Schallschutzriegel; kein Konzept für Straßenlärm, Fluglärm-Nachtschutzzone oder Kita-Außenbereiche.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung 3/10
Nur intern autoarm gelöst; Neubrück ist schon heute kaum verlassbar, der Neubrücker Ring dient als Autobahn-Umfahrung, der Knoten Europaring ist überlastet; Stadtbahn-Trasse und ÖPNV-Nachweis fehlen, ~790 Wohnungen verschärfen die Lage.
Dialog & Ortskenntnis 2/10
Das Gesprächsangebot an alle Teams wurde nicht angenommen. Ein Austausch vor Ort hätte geholfen – Anwohner*innen hätten früh auf die fehlende Nahversorgung hingewiesen, die der bestehende Zentrumsstandort nicht auffangen kann.
Bewertung auf einen Blick
Offizielle Kriterien
Bürgerkriterien
Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben 4/10
Kernprogramm vorhanden (2 Kitas, Pflege, Genossenschaft, Mehrgenerationen, Quartiersgarage/483 Stpl., Feuerwache), aber die zentrale Kennzahl – die Wohnungszahl – wird gar nicht genannt, sodass Zielgröße und Dichte nicht überprüfbar sind (483 Stellplätze deuten eher auf deutlich mehr als 730 Wohnungen hin); zusätzlich schöpfen die Höhen („vier- bis sechsgeschossig, einige Teile höher“) die Vorgabe über das Zulässige aus, und die Stadtbahn-Vorhaltetrasse ist nicht behandelt.
Städtebauliche Qualität 6/10
Klare, differenzierte Struktur aus fünf offenen Blöcken mit Westkante und weichem Landschaftssaum; solide Maßstäblichkeit, aber das wiederholende Prinzip wirkt schematisch und die Höhenakzente zur Landschaft stehen in Spannung zur Landschaftsverträglichkeit.
Tragfähigkeit der Leitidee 6/10
Tragende Idee „Übergang Stadt–Landschaft“ mit einem zentralen Grünband als Rückgrat, konsequent und durch die flexible Aufteilung robust gegen Änderungen; eigenständig, aber im Kern konventionell.
Freiraumplanerische Qualität 6/10
Abgestuftes Freiraumsystem von privat bis Landschaft mit einem öffentlichen Spielplatz für ganz Neubrück und der „Essbaren Stadt“ als Identität; solide, aber die Programmierung bleibt teils angedeutet und die Korridorbreiten sind unbemaßt.
Erschließung und ruhender Verkehr 6/10
Autoarm über zwei kurze Zufahrtsstraßen, zentrale Quartiersgarage mit Carsharing, Fahrrad- und Ladeplätzen, Feuerwehr separat, Bring-/Abholzone an der Kita – vorgabenkonform; Knoten Europaring und Anlieferung im Detail offen.
Nachhaltigkeit 6/10
Photovoltaik auf begrünten Dächern, kompakte Struktur, reduzierte Versiegelung, klimaresiliente Pflanzung, Regenwasser als Gestaltungselement; schlüssiges Standardkonzept ohne Material-/Bauweisen-Akzent und ohne Energiekennwerte.
Wirtschaftlichkeit 6/10
Konkret: wirtschaftliche 15-m-Gebäudetiefe, mehrere Wohnungen je Treppenhaus, serielle Bauweise, robuste Strukturen, Quartiersgarage statt Tiefgaragen; plausibel, aber ohne Kostennachweis.
Realisierbarkeit 6/10
Ausdrücklich etappierbar in unabhängigen Bauabschnitten, Kita und Quartiersgarage bereits in Phase 1 umsetzbar; Baugrund/Altlasten/Kampfmittel bleiben unerwähnt.
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt 7/10
Geförderter Wohnungsbau ausdrücklich gleichmäßig verteilt (feinkörnig, keine Cluster), Genossenschaft und Mehrgenerationenwohnen verortet, Pflege mit Tagespflege; ein Mehrwert über die Pflichtvorgabe hinaus ist nicht belegt.
Begegnung & Ortsidentität 6/10
Ein zentrales Grünband, Nachbarschaftsorte und ein Spielplatz für den ganzen Stadtteil; die „Essbare Stadt“ greift die Madaus-Geschichte als Identität auf – konkrete belebte Läden und Treffpunkte im Erdgeschoss darüber hinaus bleiben dünn.
Nahversorgung 3/10
Kein Lebensmittel-/Nahversorgungsangebot im Quartier (nur Arztpraxis/Quartiersbüro an der Pflege); der Garten-Anger stellt lediglich eine Anbindung an St. Adelheid her, das aber keine freien Ausbauflächen hat – die Zusatznachfrage bleibt ungedeckt.
Schulen & Kitas 3/10
Nur die Pflicht-Kitas; Grundschulen Neubrück bereits überlastet, weiterführend nur Hauptschule (Gym/Real in Rath/Ostheim); zusätzliche Wohnungen verschärfen den Engpass, und die 6-gruppige Kita liegt lärmexponiert direkt an der Feuerwache.
Klima- & Hitzevorsorge 5/10
Durchlüftung ist mitgedacht (offene Blöcke, Ost-West-Korridore, Bäume ohne Verstellen der Luftaustauschbahnen), aber die Kaltluftfläche wird bebaut, die Wirkung ist nicht quantifiziert und der Entwurf setzt Höhenakzente ausgerechnet im Osten, wo die Kaltluft entsteht.
Grün- & Naturerhalt 4/10
Ausgleich und naturnahe Wiesen-/Gehölzentwicklung sind vorgesehen, doch der Ausgleich ist Pflicht; im Baufeld selbst geht Freifläche verloren, und ein Erhalt zusätzlichen Bestandsgrüns über das Pflichtmaß hinaus ist nicht belegt.
Wasser & Starkregenvorsorge 7/10
Schwammstadt konkret mit Regengärten, Retentionsmulden und Gründächern; Spiel- und Kita-Außenflächen bleiben ausdrücklich von technischer Retention getrennt; die vorrangige Versickerung im Trinkwasserschutzgebiet wird aber nicht explizit adressiert.
Lärmschutz 5/10
Pflegeeinrichtung bewusst in lärmgeschützter Lage, Spielplatz mit Abstand zu den Wohnungen; ein Konzept für Straßenlärm (Neubrücker Ring) und die Fluglärm-Nachtschutzzone fehlt jedoch, und die Kita liegt exponiert an der Feuerwache.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung 3/10
Nur intern autoarm; Neubrück schon heute kaum verlassbar, Neubrücker Ring als Autobahn-Umfahrung, Knoten Europaring überlastet; Stadtbahn-Vorhaltetrasse, Querungshilfe und ÖPNV-Übergangslösung fehlen, zusätzliche Wohnungen verschärfen die Lage.
Dialog & Ortskenntnis 2/10
Das Gesprächsangebot an alle Teams wurde nicht angenommen. Der Entwurf legt die 6-gruppige Kita und den großen Spielplatz direkt an die Feuerwache und deutet das sogar positiv – dabei hätten Eltern vor Ort sofort widersprochen: das ständige Ausrücken bedeutet Sirenenlärm mitten in der Betreuungszeit am Kita-Außengelände, und schnell anfahrende Einsatzfahrzeuge neben Kita und Spielplatz sind ein Sicherheitsrisiko für die Kinder.
Bewertung auf einen Blick
Offizielle Kriterien
Bürgerkriterien
Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben 4/10
Kernprogramm vorhanden (2 Kitas, Seniorenanlage/Pflege, Genossenschafts- und Mehrgenerationenwohnen, Quartiersgarage/393 Stpl., Feuerwehr), aber die zentrale Kennzahl – die Wohnungszahl – wird gar nicht genannt, sodass Zielgröße und Dichte nicht überprüfbar sind (393 Stellplätze deuten eher auf ~780 Wohnungen); Höhen unbeziffert und Stadtbahn-Vorhaltetrasse nicht behandelt.
Städtebauliche Qualität 6/10
Eigenständiges Prinzip: der Freiraum definiert die Baukörper, locker/verdreht gesetzte Baufelder erzeugen abwechslungsreiche Teilräume statt reiner Erschließungswege; konzeptionell stark, aber gute Orientierung/Adressbildung im Alltag wird eher behauptet als belegt.
Tragfähigkeit der Leitidee 7/10
„Aus dem Grün gebaut“ ist eine starke, eigenständige und konsequent durchgezogene Leitidee, die den ganzen Entwurf trägt; die Gliederung in unabhängige Baufelder macht sie zugleich robust gegen Änderungen.
Freiraumplanerische Qualität 7/10
Herzstück des Entwurfs: engmaschig vernetztes Grünsystem aus Wegen, Versickerung, Spiel- und Aufenthaltsangeboten, öffentlichen Spielpunkten am Landschaftsübergang und erhaltenem Baumbestand; hohe, differenzierte Aufenthaltsqualität.
Erschließung und ruhender Verkehr 7/10
Nur eine zentrale Kfz-Anbindung am Neubrücker Ring mit Hochgarage als Mobilitätsstation (Carsharing/Rad/Laden); offene, außenliegende Treppenhäuser sparen den zweiten Rettungsweg und halten so die Freiräume frei; Müll/Rad in der Sockelzone – vorgabenkonform und durchdacht, Wirkung auf den Knoten Europaring offen.
Nachhaltigkeit 6/10
Schlüssiges Paket: minimale Versiegelung, weitgehender Verzicht auf Unterkellerung, Gründächer und Photovoltaik, klimaresiliente Bäume, Schwammstadt vom Dach bis in die Landschaft; konsequent, aber ohne Energiekennwerte und ohne benanntes Materialkonzept.
Wirtschaftlichkeit 7/10
Sehr kostenbewusst mit mehreren strukturellen Einsparungen: offene Treppenhäuser statt zweitem Rettungsweg, kaum Keller, Müll/Rad in der Sockelzone statt teurer Erd-/Untergeschosslösungen, kompakte Geometrie, Hochgarage statt Tiefgaragen; ohne Kostennachweis.
Realisierbarkeit 5/10
Robuste, kompakte, in unabhängige Baufelder gegliederte Struktur ist grundsätzlich gut umsetzbar und implizit etappierbar; es fehlen aber eine Phasenfolge bzw. Phase-1-Aussage und jeder Umgang mit Baugrund/Altlasten.
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt 7/10
Sozialprogramm vorhanden und sinnvoll verortet: Seniorenanlage am Süd-Eingang mit teils allgemein genutzten Erdgeschossen, Wohngruppen integriert, Genossenschafts- und Mehrgenerationenwohnen, breiter Wohnungsmix; eine ausdrücklich feinkörnige Verteilung des geförderten Anteils wird nicht eigens belegt.
Begegnung & Ortsidentität 7/10
Begegnung ist Kern des Konzepts: vielfältige, aneigenbare Teilräume plus konkrete Treffpunkte – Co-Working, Gemeinschaftsräume, Café, Urban Gardening an der Pflege, öffentlich nutzbare Senioren-Erdgeschosse; ein spezifischer Bezug zur Identität Neubrücks bleibt aber schwächer.
Nahversorgung 3/10
Kein Lebensmittel-/Nahversorgungsangebot im Quartier; es gibt belebte Erdgeschosse (Café, Co-Working), aber nichts für den täglichen Bedarf, während der Platz An St. Adelheid keine freien Ausbauflächen hat – die Zusatznachfrage bleibt ungedeckt.
Schulen & Kitas 3/10
Zwei Kitas (Pflicht) mit gut gegliederten Außenspielbereichen, aber mehr nicht; die Grundschulen in Neubrück sind bereits überlastet, weiterführend nur Hauptschule (Gym/Real in Rath/Ostheim), und zusätzliche Wohnungen verschärfen den Engpass.
Klima- & Hitzevorsorge 5/10
Durchlüftung ist mitgedacht (minimale Versiegelung, Verschattung, Korridore frei), aber die Kaltluftfläche wird bebaut, die Wirkung ist nicht quantifiziert, und der Entwurf setzt Höhenakzente an den Ecken bis über sechs Geschosse ohne stadtklimatische Begründung.
Grün- & Naturerhalt 4/10
Der Baumbestand soll erhalten und die Versiegelung minimiert werden – Erhalt und Ausgleich sind aber Vorgabe; im Baufeld selbst geht Freifläche verloren, und ein Grünerhalt über das Pflichtmaß hinaus ist nicht belegt.
Wasser & Starkregenvorsorge 7/10
Starkes Wasserkonzept mit ausdrücklich benannter Versickerung (wichtig im Trinkwasserschutzgebiet) und Schwammstadt vom Dach bis in die Landschaft; Vorsicht: der Plan legt Rückhalt teils in dieselben Höfe wie die Kleinkinder-Spielflächen.
Lärmschutz 3/10
Kein Lärmschutzkonzept formuliert: weder der Straßenlärm am Neubrücker Ring noch die Fluglärm-Nachtschutzzone werden adressiert; die bekannte Nachtschutzzone hier komplett zu übergehen wertet das Kriterium als verfehlt.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung 3/10
Intern sehr sauber (eine Anbindung, Hochgarage-Mobilitätsstation, autofreie Zugänge), aber das reale Problem bleibt offen: Neubrück schon heute kaum verlassbar, Neubrücker Ring als Autobahn-Umfahrung, Knoten Europaring überlastet; Stadtbahn-Vorhaltetrasse, Querungshilfe und ÖPNV-Übergangslösung fehlen.
Dialog & Ortskenntnis 2/10
Das Gesprächsangebot an alle Teams wurde nicht angenommen. Der Entwurf bündelt den gesamten Autoverkehr auf eine einzige Zufahrt am Neubrücker Ring und feiert das als Vorzug – Anwohner*innen, die den Ring täglich im Stau erleben, hätten vor Ort gewarnt, dass alle Fahrten von rund 780 Wohnungen an einem Punkt genau dort einen neuen Rückstau erzeugen können.
Lorenzen Mayer Architekten ↗Architektur · Berlin/Kopenhagen
Bewertung auf einen Blick
Offizielle Kriterien
Bürgerkriterien
Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben 5/10
Sehr vorgabentreue Arbeit – Höhen exakt nach Vorgabe, Stellplätze gemäß Auslobung berechnet, eine wirtschaftliche Gebäudekennzahl (A/V 0,75) nachgewiesen, Verkehr mit einem Fachbüro abgestimmt; aber die blanke Wohnungszahl wird nicht genannt (die 415 Stellplätze deuten grob auf ~830 Wohnungen, die größte Überschreitung der Zielgröße) und die Stadtbahn-Vorhaltetrasse ist nicht behandelt.
Städtebauliche Qualität 7/10
Klar aufgebautes, differenziertes System: schützender Gebäuderücken zur Straße, lange Zeilen zur Landschaft, dazwischen der Wechsel aus Grünfugen und Wohnhöfen, bewusste Höhenakzente als Schlusssteine; maßstäblich und mit sauberem Landschaftsbezug.
Tragfähigkeit der Leitidee 6/10
Tragende, ausdrücklich als robustes Grundgerüst angelegte Idee (maximale Öffnung zur Landschaft, gefüllt mit Typenhäusern), konsequent und änderungsrobust; eigenständig, aber die Grundfigur ist eher solide-pragmatisch als neuartig.
Freiraumplanerische Qualität 7/10
Sehr reich programmiert: Fortsetzung der Grünachse St. Adelheid als Park für alle Altersgruppen, Landschaftsfugen bis ins bestehende Neubrück, Baumparks vor den Giebeln, zwei parallele Wege mit vielen Rundwegen, klare Kante zur naturnahen Zone.
Erschließung und ruhender Verkehr 8/10
Kompakte Schleifenstraße mit einer Hauptstichstraße, zentrale Quartiersgarage mit kürzesten Wegen (max. 230 m), Tempo-30/Separation; Verkehrskonzept mit einem Fachbüro abgestimmt, Garage mit Fahrradwerkstatt, Tausch-/Paketstation, Carsharing und Ladeplätzen – sehr durchdacht, Wirkung auf den Knoten Europaring offen.
Nachhaltigkeit 6/10
Umfassend: Wärmepumpen, Photovoltaik, Retentions-/Gründächer, Fassadenbegrünung, Versickerung über Sickerkörper, Entfall der Tiefgaragen, serielle Modulbauweise; schlüssig, aber ohne eigenständiges Energie-/Kennwertkonzept über A/V 0,75 hinaus und ohne Material-Akzent.
Wirtschaftlichkeit 8/10
Konkret und detailliert begründet: kompakte Schleifenerschließung, Entfall der Tiefgarage, nur drei Haustypen plus Punkthaus, einfache Kubaturen, Modultauglichkeit und ein nachgewiesenes Verhältnis von Gebäudehülle zu Volumen (A/V 0,75); Kostenrisiko ehrlich benannt.
Realisierbarkeit 8/10
Mit ausformulierter Bauabschnittsfolge – Kita, Genossenschaft und öffentliche Grün-/Spielflächen zuerst, Feuerwache unabhängig – und mit ausdrücklicher Berücksichtigung der Altlastenverdachtsfläche; robust und glaubwürdig etappierbar.
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt 7/10
Programm vollständig und flexibel verteilbar (gefördert und frei finanziert), Genossenschafts- und Mehrgenerationenwohnen als eigene Bausteine, Pflege mit 44 betreuten Wohnungen, Tagespflege und Arztpraxis; ein Mehrwert über die Pflichtvorgabe hinaus ist nicht eigens belegt.
Begegnung & Ortsidentität 7/10
Konkrete Treffpunkte und belebte Erdgeschosse (Quartiersbüro, Tausch-/Paketstation, Fahrradwerkstatt, Carsharing); der Grünzug St. Adelheid wird als Park für alle Altersgruppen fortgesetzt, Panoramatreppe und Sporthalle als gemeinschaftliche Wahrzeichen – lebendig und generationenübergreifend.
Nahversorgung 3/10
Kein Lebensmittel-/Nahversorgungsangebot im Quartier; die aktive Erdgeschosszone bringt Services (Arztpraxis, Tausch-/Paketstation), aber nichts für den täglichen Bedarf, während der Platz An St. Adelheid keine freien Ausbauflächen hat – die Zusatznachfrage bleibt ungedeckt.
Schulen & Kitas 3/10
Zwei Kitas (Pflicht), die große gut am Park mit abgeschirmtem Sandspiel platziert, aber mehr nicht; die Grundschulen in Neubrück sind bereits überlastet, weiterführend nur Hauptschule (Gym/Real in Rath/Ostheim), und zusätzliche Wohnungen verschärfen den Engpass.
Klima- & Hitzevorsorge 6/10
Sorgfältig: die partielle 6-Geschossigkeit ist stadtklimatisch unbedenklich verortet, die Kaltluftschneise wird ausdrücklich geschont, die Ost-West-Landschaftsfugen lassen Luft ins Quartier, dazu Retentions-/Gründächer; dennoch bleibt die Bebauung der Freilandfläche ein Verlust und die Wirkung ist nicht quantifiziert.
Grün- & Naturerhalt 4/10
Der Ausgleich wird in kompaktere, resilientere Biotopräume umgeformt (Zone D unverändert, Zonen B/C flächengleich neu geordnet) und der bestehende Gehölzrahmen ergänzt – der Ausgleich ist aber Vorgabe; im Baufeld selbst geht Freifläche verloren, und ein Grünerhalt über das Pflichtmaß hinaus ist nicht belegt.
Wasser & Starkregenvorsorge 8/10
Sehr vollständiges Wasserkonzept: Versickerung ausdrücklich unter Berücksichtigung der Altlastenverdachtsfläche, Mulden reinigen das Wasser vor der Versickerung (Trinkwasserschutzzone berücksichtigt), Retentionsdächer, gemuldete Höfe als Rückhalt und die Landschaftsfugen als Notwasserweg bei Extremstarkregen.
Lärmschutz 7/10
Starker Lärmschutz-Ansatz: ein abschirmender Gebäude-Rücken zum Neubrücker Ring, die Feuerwache mit langem Nordkörper als Schallriegel, der Sandspielbereich vom Ring abgeschirmt, die Pflege-Lage in der sportlärmbelasteten Zone ehrlich benannt und gelöst; Abzug, weil die Fluglärm-Nachtschutzzone nicht ausdrücklich behandelt wird.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung 3/10
Intern sauber und mit einem Fachbüro abgestimmt (eine Schleifenstraße, Garage nah am Ring, Tempo-30), aber das reale Problem bleibt offen: Neubrück schon heute kaum verlassbar, Neubrücker Ring als Autobahn-Umfahrung, Knoten Europaring überlastet; Stadtbahn-Vorhaltetrasse, Querungshilfe und ÖPNV-Übergangslösung fehlen.
Dialog & Ortskenntnis 2/10
Das Gesprächsangebot an alle Teams wurde nicht angenommen. Der Entwurf legt selbst offen, dass die Müllstandorte bei etlichen Häusern bis zu ~80 m von der Haustür entfernt liegen, und hält das für vertretbar – Anwohner*innen, besonders Ältere und Familien, hätten vor Ort widersprochen, dass Mülltonnen 80 m entfernt im Alltag mit schweren Tüten oder eingeschränkter Mobilität eine Zumutung sind.
rheinflügel severin ↗Architektur · Düsseldorf/München
studio erde Landschaftsarchitektur ↗Landschaft · Berlin/Zürich
Bewertung auf einen Blick
Offizielle Kriterien
Bürgerkriterien
Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben 6/10
Kernprogramm vorhanden und Höhen innerhalb der Vorgabe (2- bis 6-geschossig); als einziger Entwurf wird die Stadtbahn-Vorhaltetrasse berücksichtigt (Quartiersplatz als Gelenk an der Trasse) – ein echtes Plus; Abzug, weil weder Wohnungs- noch Stellplatzzahl genannt werden und die Programmgröße damit nicht überprüfbar ist.
Städtebauliche Qualität 6/10
Differenzierte, ortsbezogene Hoftypen (Waldhöfe am Gehölzsaum, Feldhöfe zur Landschaft, aufgefächerte Höfe im Norden), geschlossener Rücken zum Neubrücker Ring, weiche Kante nach Osten; klar und stimmig, die Auflösung bleibt aber skizzenhaft-atmosphärisch.
Tragfähigkeit der Leitidee 7/10
Starke, eigenständige und ortstief verankerte Idee: Stadtlandschaft weiterbauen mit den Feldgärten als produktivem Übergangsraum, der die Madaus-Geschichte in Freiraum übersetzt – trägt den Entwurf konsequent und robust.
Freiraumplanerische Qualität 7/10
Herausragend ausgearbeitet: drei komplementäre Freiraumbänder, Streuobstwiesen und Gemeinschaftsgärten, vier konzentrierte Spielorte, Feldplätze als Gelenke, Wiesenmulden und aus Aushub modellierte Aussichtspunkte; vielfältig, ökologisch integriert und für ganz Neubrück erlebbar.
Erschließung und ruhender Verkehr 6/10
Weitgehend autofrei mit einer Autoanbindung am Neubrücker Ring; die Quartiersgarage fängt den Verkehr ab und wird als aktive, belebte Kante am Quartiersplatz verstanden, innen Vorrang für Fuß und Rad; schlüssig, aber wenig quantifiziert (keine Stellplatzzahlen).
Nachhaltigkeit 7/10
Ambitioniert und breit: Ziel Klimaneutralität mit Sektorenkopplung, Holz-/Hybridbauweise, kompakte Typen, alle Dächer mit Photovoltaik (plus Fassaden-PV in Südlagen), Retentionsdächer, minimale Versiegelung und Wiederverwendung des Aushubs vor Ort.
Wirtschaftlichkeit 6/10
Plausibel: kompakte Gebäudetypen mit kleinem Verhältnis von Gebäudehülle zu Volumen, serielle Logik, Quartiersgarage statt Tiefgaragen; weniger belegt (kein Kennwert nachgewiesen), und Holz-/Hybridbau kann Mehrkosten bedeuten.
Realisierbarkeit 5/10
Robuste, in eigenständige Höfe gegliederte Struktur ist grundsätzlich gut umsetzbar und implizit etappierbar; es fehlen aber eine Bauabschnittsfolge/Phase-1-Aussage und jeder Umgang mit Baugrund/Altlasten (die Aushub-Wiederverwendung setzt sauberen Boden voraus).
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt 7/10
Ausdrücklich gute Durchmischung: verschiedene Wohntypologien, Eigentums- und Finanzierungsformen werden innerhalb jedes Hofs gemischt, um soziale Segregation zu vermeiden, dazu Genossenschafts- und Mehrgenerationenwohnen und Pflege; der geförderte Pflichtanteil wird gut verteilt, ein Mehrwert darüber hinaus nicht eigens belegt.
Begegnung & Ortsidentität 7/10
Klares Quartierszentrum am Quartiersplatz (Café, Quartiersbüro, Wochenmarkt, Mobilstation), Feldplätze als Treffpunkte, Gemeinschaftsgärten zur Aneignung und eine starke, aus der Madaus-Geschichte abgeleitete Ortsidentität; lebendig, aber von aktiver Nutzung abhängig.
Nahversorgung 4/10
Als einziger Entwurf ein echter Nahversorgungs-Ansatz – ein Wochenmarkt am Quartiersplatz bringt frische Lebensmittel ins Quartier; aber ein Wochenmarkt ist nur periodisch, ersetzt keinen täglichen Lebensmittelhandel, und Tragfähigkeit/Betreiber sind offen, sodass der tägliche Bedarf großteils ungedeckt bleibt.
Schulen & Kitas 3/10
Zwei Kitas gut in die Erdgeschosse integriert und gegen den Sportlärm geschützt, aber das ist die Pflichtvorgabe; die Grundschulen in Neubrück sind bereits überlastet, weiterführend nur Hauptschule (Gym/Real in Rath/Ostheim), und zusätzliche Wohnungen verschärfen den Engpass.
Klima- & Hitzevorsorge 6/10
Starker Umgang: die Feldfinger sind zugleich Frischluftschneisen, die Kaltluft bis in den gesamten Stadtteil führen, dazu minimale Versiegelung, durchlässige Beläge und eine aus Aushub modellierte Mikroklima-Topografie; dennoch bleibt die Bebauung der Freilandfläche ein Verlust und die Wirkung ist nicht quantifiziert.
Grün- & Naturerhalt 4/10
Minimale Versiegelung, der Gehölzbestand wird zu einer biodiversen Kante weiterentwickelt und historische Feldstrukturen aufgenommen – Erhalt und Ausgleich sind aber Vorgabe; im Baufeld selbst geht Freifläche verloren, und ein Grünerhalt über das Pflichtmaß hinaus ist nicht belegt.
Wasser & Starkregenvorsorge 7/10
Schlüssig: die Feldfinger/Wiesenmulden nehmen Regenwasser auf, ermöglichen Versickerung und Verdunstung und leiten Starkregen schadlos in tiefer liegende Grünräume, dazu Retentionsdächer und minimale Versiegelung; das Trinkwasserschutzgebiet wird aber nicht ausdrücklich benannt und Spiel- und Retentionsflächen liegen teils nah beieinander.
Lärmschutz 6/10
Mehrere Quellen mitgedacht: geschlossener Gebäude-Rücken zum Neubrücker Ring, ein Gehölz-Filterstreifen puffert zwischen Ring/Stadtbahntrasse und Quartier, die nördlichen Höfe werden wegen des Sportlärms bewusst geschlossen und die Feuerwache bildet eine schützende Kante; Abzug, weil die Fluglärm-Nachtschutzzone nicht behandelt wird und der Sportlärm-Schutz noch tentativ ist.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung 4/10
Als einziger Entwurf wird die Stadtbahn-Vorhaltetrasse berücksichtigt (Quartiersplatz als Gelenk an der Trasse, Mobilstation) mit starker Fuß-/Radvernetzung; aber nur eine Autoanbindung am belasteten Ring, kein Nachweis einer Entlastung des Knotens Europaring und keine ÖPNV-Übergangslösung – das reale Ausfahrt-Problem bleibt offen.
Dialog & Ortskenntnis 2/10
Das Gesprächsangebot an alle Teams wurde nicht angenommen. Der Entwurf will den Bodenaushub vor Ort wiederverwenden, um Hügel und Spiellandschaften zu modellieren – alteingesessene Anwohner*innen hätten sofort an die Geschichte des Grundstücks erinnert (ehemaliges Madaus-Pharmagelände, verfüllte Kiesgrube, Fliegerhorst) und gewarnt, dass das ungeprüfte Umlagern von möglicherweise belastetem Boden, gerade in Spiel- und Aufenthaltsbereiche, heikel ist.
schultearchitekten ↗Architektur · Köln
LAND Germany ↗Landschaft · Düsseldorf
Bewertung auf einen Blick
Offizielle Kriterien
Bürgerkriterien
Offizielle Kriterien (Gremium)
Einhaltung der Ziele und Vorgaben 5/10
Kernprogramm vollständig und die Wohnungszahl klar genannt (rund 800 Wohnungen, mind. die Hälfte gefördert), Höhen diszipliniert; Abzug, weil ~800 Wohnungen rund 70 über der Zielgröße von ~730 liegen und die Stadtbahn-Vorhaltetrasse nicht behandelt wird.
Städtebauliche Qualität 5/10
Klares landschaftsgetriebenes Prinzip: zwei verdrehte Blockreihen mit keilförmigen Freiflächen, zentrale Nord-Süd-Achse, Grünsaum als Westkante; stimmig, aber durch den modularen Raster und die weitgehend gleiche Höhe eher gleichförmig als differenziert.
Tragfähigkeit der Leitidee 5/10
Tragende Idee „Landschaft als Gerüst“ mit eigenständigem Gesundheits-/Naturpositivitäts-Fokus, konsequent und durch das modulare Raster robust; die ÉcoQuartier-Sprache bleibt aber teils in gängigen Schlagworten.
Freiraumplanerische Qualität 7/10
Reich und für den ganzen Stadtteil gedacht: 16.000 m² barrierefreie öffentliche Grünfläche (Liegewiesen, Ballspiel, essbare Gärten), drei Freiraumqualitäten, Themengärten, Wasserelemente; Madaus-Hecken und nördlicher Laubforst bleiben erhalten und werden integriert.
Erschließung und ruhender Verkehr 6/10
Autofrei bis auf zwei reduzierte Zufahrten (+ eigene Alarmausfahrt der Feuerwache), zentrale Quartiersgarage als Mobilitätsstation, Besucher/Lieferung an den Eingängen, Erschließung für Feuerwehr/Müll für alle Baufelder gesichert; schlüssig, aber wenig quantifiziert.
Nachhaltigkeit 6/10
Umfassend: alle Dächer begrünt und mit Photovoltaik, Fassadenbegrünung, Luft-Wasser-Wärmepumpen, Schwammstadt, Cooling Places, helle Oberflächen, Baumhaine; schlüssiges Klima-/Energiepaket, aber ohne eigenständigen Material-Akzent und ohne Kennwerte.
Wirtschaftlichkeit 6/10
Klare modulare Logik: 60×60-m-Raster, Baukasten aus drei Gebäudetypen, wiederkehrende Erschließungstypen, kompakte Baukörper und flexible Grundrisse; plausibel, aber ohne Kostennachweis, und eine gezeigte Variante mit Unterkellerung kann Mehrkosten bedeuten.
Realisierbarkeit 6/10
Ausdrücklich etappierbar, in der ersten Phase werden Quartiersgarage, Kita, Pflege und Feuerwache realisiert; dazu hohe Wandelbarkeit der Gebäude – Abzug, weil Baugrund/Altlasten/Kampfmittel nicht angesprochen werden.
Bürger-Kriterien
Bezahlbar & sozial durchmischt 7/10
Mind. 50 % der rund 800 Wohnungen gefördert, dazu Familienwohnen, Genossenschaft, Mehrgenerationen, seniorengerechtes Wohnen und vollstationäre Pflege – gute soziale Durchmischung; ein Mehrwert über die Pflichtvorgabe hinaus ist nicht eigens belegt.
Begegnung & Ortsidentität 7/10
Belebte Erdgeschosse und konkrete Treffpunkte: Quartierskiosk, Co-Working, gemeinschaftlicher Waschraum, Yoga-/Bewegungsräume, Werkraum, Gästezimmer, „grüne Wohnzimmer“ und Themengärten entlang der Quartiersachse; lebendig und generationenübergreifend mit Gesundheits-Fokus.
Nahversorgung 4/10
Ein Quartierskiosk mit Paketstation bringt ein kleines, dauerhaftes Nahversorgungsangebot ins Quartier – mehr als eine bloße Anbindung; aber ein Kiosk hat nur ein begrenztes Sortiment und ersetzt keinen vollwertigen Lebensmittelhandel, sodass der tägliche Bedarf großteils ungedeckt bleibt.
Schulen & Kitas 3/10
Zwei Kitas an den Quartierseingängen (Pflicht), gut eingebunden, aber mehr nicht; die Grundschulen in Neubrück sind bereits überlastet, weiterführend nur Hauptschule (Gym/Real in Rath/Ostheim), und rund 800 zusätzliche Wohnungen verschärfen den Engpass – zumal die Kitas ausdrücklich später zu Wohnraum umnutzbar geplant sind.
Klima- & Hitzevorsorge 6/10
Aktive Hitzevorsorge: bewaldeter Grünsaum als Puffer, durch aufgelockerte Baufelder werden Frischluftschneisen von Nord nach Süd favorisiert, dazu helle Oberflächen, Wasserflächen, Schatten und Cooling Places; dennoch bleibt die Bebauung der Freilandfläche ein Verlust und die Wirkung ist nicht quantifiziert.
Grün- & Naturerhalt 4/10
Madaus-Hecken und nördlicher Laubforst bleiben erhalten und werden fortgesetzt, dazu artenreiche Wiesen/Hecken und essbare Gärten – Erhalt und Ausgleich sind aber Vorgabe, und dass die Bilanz tatsächlich „naturpositiv“ wird, ist eine Absichtserklärung ohne Nachweis; im Baufeld selbst wird Freilandfläche in Anspruch genommen.
Wasser & Starkregenvorsorge 7/10
Konsequentes Schwammstadtprinzip mit Retentionsräumen entlang des westlichen Grünsaums und Wasser als Gestaltungselement in den westlichen Durchstichen; Abzug, weil die vorrangige Versickerung im Trinkwasserschutzgebiet nicht ausdrücklich benannt wird.
Lärmschutz 5/10
Der bewaldete Grünsaum am Neubrücker Ring wirkt als Puffer und reduziert Immissionen, ein Landschaftswall schützt sensible Bereiche im Osten; das ist aber ein eher weicher, vegetativer Schutz ohne baulichen Schallriegel, und ein Konzept für die Fluglärm-Nachtschutzzone fehlt.
Verkehr & ÖPNV-Anbindung 3/10
Intern autofrei mit zwei Zufahrten und Mobilitätsstation, Fuß-/Radnetz zu See, Sport und ÖPNV-Haltestellen; aber das reale Problem bleibt offen: Neubrück schon heute kaum verlassbar, Neubrücker Ring als Autobahn-Umfahrung, Knoten Europaring überlastet, Stadtbahn-Vorhaltetrasse und ÖPNV-Übergangslösung fehlen und ~800 Wohnungen verschärfen die Lage.
Dialog & Ortskenntnis 2/10
Das Gesprächsangebot an alle Teams wurde nicht angenommen. Der Entwurf plant die beiden Kitas ausdrücklich so, dass sie künftig zu Wohnraum umgenutzt werden können – Eltern und Anwohner*innen hätten vor Ort sofort widersprochen, dass es in einem Stadtteil mit ohnehin knappen Kita- und Schulplätzen verlässliche, dauerhafte Betreuungsplätze braucht statt umnutzbarer.
Was wir von Stadt und Verfahren übergreifend erwarten
Diese Punkte richten sich an Stadt und Verfahren, nicht an die einzelnen Entwürfe – sie sind nicht Teil der Entwurfsbewertung. Die Ampel zeigt aus Bürgersicht den Stand: offen · teilweise · erfüllt.

🔄 Bürgerbeteiligung & Mitgestaltung

  • Beteiligung über das gesetzliche Minimum hinaus: transparent, ergebnisoffen, kontinuierlich.
  • Zugänglich, inklusiv, niedrigschwellig (Ältere, Familien, Sprachbarrieren, ohne digitalen Zugang).
  • Lokale Vereine und Initiativen als gleichwertige Akteure einbinden.
  • Leitlinien für Öffentlichkeitsbeteiligung der Stadt Köln inhaltlich einhalten.

🏗️ Planungsverfahren & Beteiligung

  • Kein Vorziehen von Bebauungsplänen vor gültiger Regional- und Flächennutzungsplanung.
  • Verbindliche, frühzeitige Einbindung – auch außerhalb formaler Verfahren.
  • Transparente Rollenverteilung: keine Auslagerung städtebaulicher Verantwortung an Investoren.